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10 Vorschläge zur Weiterentwicklung der CDU

Wie soll es mit der CDU weitergehen?

Zur letzten Bundestagswahl hat eine jahrelange Entwicklung ihren Höhepunkt erreicht. Seit der Bundestagswahl 2017 haben CDU und CSU bei zahlreichen Wahlen gravierende und zum Teil historische Verluste erlitten. Leider wurden vor dieser Entwicklung die Augen verschlossen, statt daraus die dringend notwendigen Schlüsse zu ziehen. Die CDU steht deshalb vor einer Zäsur und muss sich zwingend reformieren. Die folgenden Punkte sollen daher als Diskussionsanregung auf dem Weg zur Erneuerung dienen:


1. Es braucht zukünftig eine Doppelspitze, um an der Parteispitze sowohl eine ostdeutsche als auch eine westdeutsche Persönlichkeit zu etablieren.

2. Die Parteivorsitzenden sollten außerdem per Mitgliederentscheid und somit durch die gesamte Parteibasis gewählt werden.

3. Die Frage der Kanzlerkandidatur sollte ebenfalls unter Einbeziehung der Basis entschieden werden. Das Prinzip der amerikanischen Vorwahlen kann dafür ein geeignetes Modell sein.

4. Innerhalb der CDU sollte für Bundes- und Landesregierungschefs eine Begrenzung der Amtszeit auf maximal zwei Legislaturperioden eingeführt werden.

5. Um sich inhaltlich zu erneuern, braucht die CDU endlich wieder eine klare Vision und Antworten auf Zukunftsfragen basierend auf einem neuen Grundsatzprogramm, das auf dem nächsten Bundesparteitag beschlossen werden muss.

6. Die CDU braucht ebenfalls wieder eine klare Kommunikation und zwar auf allen Ebenen. Ausweichen, Herumlavieren und „Nichtantworten“ in der Öffentlichkeit liefern keinerlei Antworten auf die Fragen, die die Menschen wirklich beschäftigen.

7. Es braucht zukünftig auf allen Ebenen eine konsequentere Vermeidung von Ämterhäufungen, um eine klare Aufgabenfokussierung zu garantieren.

8. Frauen und junge Menschen müssen zukünftig deutlich besser einbezogen werden. Das heißt, unter den ersten drei Listenplätzen müssen bei jedem CDU-Listenvorschlag mindestens eine Frau und ein/e unter 35-jährige/r stehen.

9. Die Konrad-Adenauer-Stiftung sollte wieder zu einer wirklichen Talent- und Ideenschmiede werden und von einem aktiven Unionspolitiker bzw. einer aktiven Unionspolitikerin geführt werden, die die KAS zu einem wirklichen Think Tank der gesamten Union entwickeln.

10. Die CDU/CSU-Fraktionsvorsitzendenkonferenz hat sich in den letzten Jahren zu einem inhaltlichen Impulsgeber der Länder entwickelt. Der oder die Vorsitzende der FVK sollte deshalb als stimmberechtigtes Mitglied „qua Amt“ an den Sitzungen des CDU-Präsidiums teilnehmen.


Hans-Georg Creutzburg
Kreisvorsitzender CDU Gotha
Stand: 6.10.2021